Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben.
Jahreslosung 2008 - Johannes 14,19
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Grußwort
Wer Ostern nicht kennt, kann sich begraben lassen
Angelehnt an ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer (Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln) will uns die Osterbotschaft einen Blick „über die Grenze hinaus“ eröffnen. Ostern bedeutet: Jesus Christus, der Gekreuzigte, ist vom Tod auferstanden. Seine Auferstehung war ein Anfang, Jesus Christus ist der Erstling der Auferstandenen. Seine Auferstehung beinhaltet darum die große Verheißung an uns, dass auch für uns jenseits der Grenze des Todes Leben möglich ist.
In einem Leserbrief dieser Tage war sinngemäß zu lesen, dass die Kirchen ihre Gläubigen mit der Vorstellung der Auferstehung und ein Leben nach dem Tod strapazieren. Für mich gilt allerdings hier die Aussage des Paulus: „Hoffen wir allein in diesem Leben auf Jesus Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.“ (1.Kor 15,19) Oder, um es anders zu sagen: Glauben wir nicht an die Auferstehung, so können wir uns, mindestens aber unseren Glauben begraben. „Ist Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.“ (1.Kor 15,14)
Im Konfirmanden-Unterricht hat sich diese Erkenntnis auch durchgesetzt. Natürlich ist die Auferstehung so ungeheuerlich, so ungewöhnlich, dass es nicht leicht fällt, daran zu glauben, zugegeben. Und es fiel den jungen Leuten wesentlich einfacher, Argumente gegen die Auferstehung und andere Erklärungstheorien zu entwickeln. Aber, so sagte ein Konfirmand: „Andererseits, warum machen wir das dann alles hier?“ Ja, genau.
Unsere neue Gemeinde soll den Namen Evangelische Oster-Kirchengemeinde Düsseldorf tragen. Wir wollen mit diesem Namen der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass Gott auch da noch Wege parat hat, wo nach menschlichem Ermessen alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, dass bei Gott keine Grenzen unüberwindliche Hindernisse darstellen. Das ist die durchgängige Botschaft der Bibel: „Sollte Gott etwas unmöglich sein?“ (1.Mose 18,14) - „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, meine Wege sind nicht eure Wege.“ (Jes 55,8) - „Bei den Menschen ist’s unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich.“ (Mth 19,26)
Ostern, das ist Aufbruch, Aufstehen und Losgehen. So wie die Frauen und die Jünger aufgestanden und losgegangen sind, so soll die Vereinigung unserer Gemeinden (Ev. Kirchengemeinde Düsseldorf-Rath und Ev. Melanchthon-Kirchengemeinde Düsseldorf) ein Aufbruch auf neue Wege sein. Und mit unserem Namen wollen wir die Menschen daran erinnern: dies ist die zentrale Botschaft: „Der Herr ist auferstanden - Er ist wahrhaftig auferstanden.“ Es gibt keinen Grund, sich begraben zu lassen. Es gibt keinen Grund zu verzweifeln. Gott ist bei uns und trägt uns. Er begleitet uns (wie die Emmaus-Jünger) und bricht am Ende unseres Weges mit uns zusammen das Brot.
Ostern, das ist die Verheißung der Nähe Gottes in einer Welt, die sich zunehmend von Gott verlassen vorkommt, weil sie Gott zunehmend verlassen hat.
Ich lebe, und ihr sollt auch leben. Diese Jahreslosung macht ohne Ostern keinen Sinn.
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Über einen persönlichen Kontakt würden wir uns natürlich sehr freuen.
Ihr Pfarrer Clemens Ruhl
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